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  • Subline / Untertitel: Level 3+ bietet kleine, individuelle Schritte für die Stabilisierung und Vermittlung
Auf dem Weg in den 1. Arbeitsmarkt bietet Level 3+ Unterstützung

Level 3+ heißt das Integrationsprojekt für Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen im Landkreis Ludwigsburg. Die „3“ steht für die drei Stufen, die es gibt: Stabilisierung, Klärung, Anbahnung.

Einstieg und Ausstieg sind auf jedem Level möglich, auch sonst ist das Projekt sehr individuell und flexibel ausgelegt, so Sandra Caprarella und Pia Meinke, die beiden Jobcoachs dort.

Formale Voraussetzungen für eine Teilnahme gibt es nicht. „Wenn sich jemand durch das Projekt angesprochen fühlt, passt er auch zu uns“, erklärt Caprarella. „In der Regel gibt es ja Hürden, dass es auf dem Arbeitsmarkt nicht klappt.“ Die Mehrzahl der Klientinnen und Klienten kommt über das Jobcenter oder das sozialpsychiatrische Netz im Landkreis Ludwigsburg. Viele haben schon mehrere Bewerbungstrainings durchlaufen, manche haben das Haus seit Jahren nicht verlassen. „Wenn die Menschen vom Jobcenter zugewiesen werden, ist die Eigenwahrnehmung oft, dass kein psychisches Problem vorliegt“, erzählt Meinke. „Die Ambivalenz hat man sehr häufig. Man merkt, dass da was sein muss. Aber sie selber haben nicht den Wunsch, das einmal abklären zu lassen.“

Für Caprarella und Meinke ist es deswegen ein großes Plus, dass sie sich Zeit nehmen und individuell unterstützen können, wenn sich eine Person zum Beispiel nicht traut, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu fahren. „Dann traut sie sich auch nicht zu einem Praktikum zu gehen, wo exponierte Arbeitsplätze sind, zum Beispiel im Verkauf, bei dem man von fremden Menschen angesprochen wird“, meint Caprarella. Deswegen übt Meinke etwa mit einem Klienten gerade regelmäßig Busfahren zu einer Praktikumsstelle.

Es sind kleine Schritte, die bei „Level 3+“ gegangen werden. Ziel ist nicht der erste Arbeitsmarkt, sondern auszuloten, was möglich ist, und die Ausbildungsfähigkeit zu prüfen, etwa wie regelmäßig jemand einer Tätigkeit nachgehen kann oder wie lernfähig sie oder er ist. So bekommen Jobcenter oder die Arbeitsagentur ein Bild von der Situation. Wichtig sind deshalb die Arbeitserprobungen, die Vermittlung in Arbeit oder Ausbildung ist unter Umständen ein langfristiges Ziel, welches das Projekt aber im Blick behält.

Sowohl Caprarella wie Meinke bringen viel Erfahrung mit. Caprarella ist Sozialwirtin und Ergotherapeutin, sie hat unter anderem eine Ergotherapiegruppe aufgebaut und eine Frauenwohngruppe gleitet. „Das war nicht so ganz mein Fall. Es ging darum, etwas aufzuhalten, nicht darum, etwas zu verbessern. Deshalb bin ich glücklich über das Projekt. Jobcoach ist das Richtige.“

Meinke ist gelernte Gesundheits-und Krankenpflegerin. Sie hat in der Sozialpsychiatrie und in der Eingliederungshilfe gearbeitet. „Ich habe mit einem Potpourri von Menschen zusammengearbeitet und das nutzt mir natürlich schon. Da ging es auch um das Thema Arbeit.“ Sie schätzt an dem Projekt den Freiraum: „Es ist schon erstaunlich, wie individuell wir gestalten können.“

Gefragt, wann sie mit ihrer Arbeit zufrieden sind, machen beide deutlich, dass sie sich als ein Teil eines Prozesses sehen. „Ich bin dann zufrieden, wenn ich helfen konnte, dass die Leute eine Selbsterkenntnis haben. Sie denken vielleicht ‚Ich bin faul‘, aber es ist eine Depression“, meint Meinke. Caprarella ist zufrieden, „wenn ich alles gegeben habe und alle Gelegenheiten genutzt habe. Im Grunde geht es darum: ‚Wo sind Deine Hürden und was kannst Du erreichen?‘ Ich begleite die Menschen bis zur nächsten Maßnahme, bis ich weiß, sie haben ihren Platz gefunden.“

Meinke und Caprarella versuchen auch, die Maßnahme immer wieder anzupassen. „Früher hat sich alles ums Praktikum gedreht, wenn jemand dazu nicht in der Lage war, konnte der gar nicht mitmachen. Deswegen legen wir heute mehr Wert auf das Stabilisieren und, wo möglich, um das Anbahnen einer Vermittlung“, so Caprarella.

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Kontakt:
Osterholzalle 144/2
71636 Ludwigsburg
Tel.: 07141/648 55-706

Sandra Caprarella
Mobil: 0172/776 26 38
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Pia Meinke
Mobil: 0172/766 91 65
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