Der Cannstatter Bezirksvorsteher Bernd-Marcel Löffler (rechts) stellte sich den Fragen der Besucher/-innen. Martin Tertelmann von der Neuen Arbeit moderierte

Bürgersprechstunde mit Bernd-Marcel Löffler im Sozialkaufhaus Bad Cannstatt

Der Bezirksvorsteher nahm sich Zeit für Bürgerfragen über das Quartier

An diesem Abend kamen viele Bad Cannstatter Bürger ins Sozialkaufhaus. Sie nutzten die Gelegenheit, ihrem Bezirksvorsteher die Fragen zu stellen, die ihnen schon lange unter den Nägeln brennen. Bernd-Marcel Löffler, der als „Macher und Kümmerer“ bekannt ist, hatte für alle Fragen ein offenes Ohr.

Dabei ging es häufig um das Thema Sauberkeit, zum Beispiel achtlos weggeworfene Zigarettenkippen, die nicht nur unschön aussehen, sondern auch das Grundwasser verunreinigen, oder große Mengen Sperrmüll, der oft tagelang herumsteht. Hier appellierte Löffler an das Engagement der Bürger: „Das Kernproblem ist das Bewusstsein, das Verhalten der Menschen muss sich ändern.“ Man könne ja die Menschen ansprechen, dass Kippen im Aschenbecher zu entsorgen seien. Hier regte eine Besucherin an, eine Bürgerinitiative zu gründen, die sich mit der Vermüllung befasst.

Ein weiteres Thema, das angesprochen wurde, war die Barrierefreiheit. Martin Tertelmann von der Neuen Arbeit, der den Abend moderierte, fragte in die Runde: „Wo werden Menschen mit Behinderung in Cannstatt behindert?“ Löffler räumte ein, dass es noch viele Dinge gibt, die man ändern muss, aber auch schon viel getan wurde. Simone Fischer, die Behindertenbeauftrage der Stadt Stuttgart, die ebenfalls anwesend war, merkte an, dass bei Neuplanungen die Situation schon relativ gut sei, aber man natürlich immer noch mehr machen kann. Fischer führt regelmäßig Stadtbegehungen zusammen mit Menschen mit Behinderung durch, um herauszufinden welche Hürden bestehen. Manchmal seien allerdings die unsichtbaren Barrieren die viel größeren, „zum Beispiel bei Autismus, psychischen Erkrankungen oder auch Schwerhörigkeit. Da muss sich das Bewusstsein der Bevölkerung ändern. Und die Bürokratie müsste verbessert werden.“

Am Ende ging Tertelmann noch auf die zunehmende Ungleichheit, die Spaltung der Gesellschaft ein und wollte von Löffler wissen, was denn dagegen getan würde. Löffler war sich durchaus des Problems bewusst und merkte an, dass man da gegensteuern müsste. Als Beispiel nannte er den Neckarpark, wo versucht würde, eine gemischte Belegung zu erreichen: „Man muss langfristig schauen, dass es ein anderes Mischungsverhältnis gibt, das führt zu Harmonie.“

Die Bürgersprechstunde wurde von den Demokratiebegleiter/-innen der Neuen Arbeit für das Forum im Kaufhaus organisiert.