Stuttgarter Arbeitshilfeträger gehen auf die Straße

Mit einem gemeinsamen Aktionsstand haben sich die Stuttgarter Arbeitshilfeträger am 7. September auf dem Schlossplatz in Stuttgart für eine radikale Änderung in der Arbeitsmarktpolitik eingesetzt. Vor dem Hintergrund der massiven Kürzungen in der Arbeitshilfe wurde mit einer Unterschriftenaktion für mehr öffentlich geförderte Beschäftigung für Langzeitarbeitslose geworben.

Im Zentrum standen die bundesweiten Kampagnen der Diakonie und Caritas „Initiative Pro Arbeit“ und  „Stell mich an und nicht ab“, die einen sofortigen Wechsel in der Arbeitsmarktpolitik fordern. Denn trotz boomender Konjunktur finden Hunderttausende Langzeitarbeitlose keine dauerhafte Anstellung im allgemeinen Arbeitsmarkt. Allein in Baden-Württemberg waren zum 30. August dieses Jahres 242.257 Menschen arbeitslos gemeldet. Über die Hälfte, 54,7 Prozent davon, sind Hartz-IV-Empfänger. Sie benötigen Unterstützung und öffentlich geförderte Beschäftigung. Die Diakonie hat mit dem so genannten „Passiv-Aktiv-Transfer“ ein intelligentes Modell entwickelt, das Langzeitarbeitslose in sozialversicherungspflichtige Jobs bringen soll. Das Modell wird aktuell in Baden-Württemberg in einem dreijährigen Pilotprojekt getestet.

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Michael Hartmann sprach über die Haltung der Eliten zur sozialen Ungleichheit

„Was man gegen die Spaltung der Gesellschaft tun kann“ war der Titel eines Vortrags des bekannten Eliten-Forschers Prof. Dr. Michael Hartmann. Hartmann, der an der Technischen Universität Darmstadt lehrt, sprach im Kulturwerk. Eingeladen hatten ihn die Denkfabrik des Sozialunternehmens NEUE ARBEIT gGmbH und der Lions Club Stuttgart.

Im ersten Teil des Vortrags beschrieb Hartmann noch einmal die gesellschaftliche Spaltung: „Einen Zuwachs von Realeinkommen gab es in den letzten Jahren nur in den oberen 2/10 der Gesellschaft. Im unteren Teil gab es Reallohnverluste bis 22 Prozent. Dazwischen dünnt die Mittelschicht aus.“ Auf der anderen Seite würde massiv entlastet. „Die 65 reichsten Deutschen konnten ihre reale Steuerlast von 48,2 Prozent auf 28 Prozent senken.“ Hartmann ließ keinen Zweifel daran, dass diese Entwicklung politisch gewollt war. Mit den Hartz-Gesetzen sei ein massiver Niedriglohnsektor geschaffen worden, gleichzeitig habe es für Wohlhabende massive Steuererleichterungen gegeben.

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"So einen Arbeitseinsatz kann ich allen Politkern nur wärmstens empfehlen"

Bundestagskandidat Nicolas Schäfstoß arbeitet in der Forst- und Landschaftspflege der Neuen Arbeit mit, um sich an der Basis selbst ein Bild von der Arbeitshilfe zu machen.

Am 8. August, frühmorgens um 7 Uhr, begleitet Nicolas Schäfstoß die Arbeiter aus der Forst- und Landschaftspflege beim entfernen sogenannter „Neophyten“. Das sind Pflanzen aus fernen Ländern, die in unserer Natur natürlicherweise nicht vorkommen, wie z.B. das asiatische Springkraut. Nicolas Schäfstoß hält nicht nur für die Kamera die Schaufel in der Hand, sondern er packt vier Stunden richtig mit an.

Die Arbeiter haben das geschätzt, die übliche Distanz wird aufgehoben, denn im Wald sind alle per „Du“. Bei einer Zigarettenpause erzählen die Arbeiter von Ihren Sorgen und Nöten.

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Ein soziales Projekt feiert Geburtstag

Bei hochsommerlichen Temperaturen feierte die integrative Pension SoNA am 3.8. ihr fünfjähriges Bestehen mit Kunden, Geschäftspartnern und Freunden. Innerhalb kurzer Zeit hat sich die Pension in Fellbach-Oeffingen zu einem beliebten Quartier für Reisende, Urlauber und Familien im Raum Stuttgart/Fellbach und an der Schwäbischen Weinstraße entwickelt. Drei von vier Mitarbeitenden bei SoNA haben eine Behinderung und machen „die integra­tive Pension“ zu einem sozialen Vorzeigeprojekt. „Unsere Belegungsquote liegt bei 75 Prozent und ist mit dem Sheraton am Frankfurter Flughafen vergleichbar“, so Pensionsleiter Friedrich Becker. Im Jahr 2012 musste Becker jede zweite Anfrage aufgrund mangelnder Zimmerkapazität absagen. Er wünscht sich darum für die Zukunft weitere Zimmer. Das ist von den Räumlichkeiten her grundsätzlich möglich. Es gibt eine Planung für die Erweiterung. Die Investitionskosten sind lt. Ralf Ehring aus der Geschäftsleitung berechnet. Eine Entscheidung für oder gegen den Umbau soll noch in diesem Jahr fallen.  Ab 20 Zimmer würde die Pension in den Status eines Hotels aufrücken. Auch einen Konferenzraum könnte die SoNA für Hotelgäste und Firmen aus der Nachbarschaft anbieten und das Angebot erweitern. Die Pension SoNA gehört seit 1.1.2013 zum Unternehmensbereich Gast und Service unter der Leitung von Kathrin Grötsch.

Mehr Infos finden Sie unter www.sona-pension-oeffingen.de

Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren
Stuttgarter Bundestagskandidaten/-innen unterstützen öffentlich geförderte Beschäftigung

„Arbeit statt Arbeitslosigkeit finanzieren“ war der Titel eines Talks, bei dem die Stuttgarter Arbeitshilfeträger Bundestagskandidatinnen und -kandidaten befragten. Fünf Parteien waren vertreten, der Kandidat der FDP musste kurzfristig absagen. 130 Personen besuchten die Veranstaltung.

ImMittelpunkt standen die Unterstützung von langzeitarbeitslosen Menschen und die öffentlich geförderte Beschäftigung. Cem Özdemir (Bündnis 90/Die Grünen) und Ute Vogt (SPD) versprachen, bei einem Regierungswechsel den Passiv-Aktiv-Transfer (PAT) umzusetzen. „Wir werden uns das Programm ‚Gute Arbeit’ in Baden-Württemberg zum Vorbild nehmen“, so Vogt. Zur Zeit werden im Land 562 Langzeitarbeitslose in einem PAT-Modellprojekt beschäftigt. Beim PAT werden alle Leistungen, die ALG II-Empfänger erhalten (Hilfe zum Lebensunterhalt, Miete etc.) zusammengefasst. Zusammen mit einem Gewinn, den der ALG II-Empfänger erwirtschaftet, ergibt das einen sozialversicherungspflichtigen Lohn. Hintergrund für die öffentlich geförderte Beschäftigung ist die Erfahrung, dass viele Langzeitarbeitslose trotz aller Bemühungen keine Stelle auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt finden.

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UP! für NA

Das Projekt „VRmobil" ist eine gemeinsame Aktion der deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken in Zusammenarbeit mit den genossenschaftlichen Gewinnsparvereinen.

Durch Spendengelder aus dem Gewinnsparen wird die Anschaffung von Fahrzeugen für Hilfsdienste, Sozialstationen und andere unverzichtbare Einrichtungen ermöglicht.

Auch die Neue Arbeit bekam eines der 82 Fahrzeuge, die am 19 Juli im Römerkastell durch die Schirmherrin Karin Altpeter MdL, Ministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie, Frauen und Senioren, übergeben wurden.

Der nagelneue VW UP! mit dem NA-Logo auf der Motorhaube wird ab sofort für unseren täglichen Fahrdienst eingesetzt. Günther Baufeld vom Fahrdienst freut sich über das neue, kleine und wendige Auto.

13 Räder für 8 Nationen

„It’s good to live and work with people from other countries“, sagt der Spanier Edu. Deshalb ist er einer von 13 Teilnehmern des internationalen Workcamps „Wald erleben“, die bei Förster Michael Seifert im Naturschutzgebiet Rot- und Schwarzwildpark während der Sommerferien wohnen und arbeiten. Das Forsthaus liegt sehr idyllisch, aber auch abgelegen im Schlosswald in Stuttgart. Es mussten also Räder her.

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Hier schlägt das Herz eines Grünen höher
Cem Özdemir besucht die Fahrrad-Service-Station in Stuttgart-Vaihingen.

Standesgemäß reist Cem Özdemir als Grüner mit der S-Bahn an, um das gemeinnützig-ökologische Arbeitshilfeprojekt am Bahnhof Vaihingen kennenzulernen. „Ich bin hier schon oft vorbeigelaufen, aber drin war ich noch nie“, sagt Özdemir. In Berlin Kreuzberg sei er praktisch ständig mit langzeitarbeitslosen Menschen in Kontakt, mit denen, die vom gegenwärtigen Jobboom außen vor gelassen werden.

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Ein besonderer Ort der Inklusion
Einweihung des neuen Abenteuergolfplatzes in Mosbach

Am 5. Juli war es endlich soweit: der Abenteuergolfplatz mit Namen „inputt“ wurde in Mosbach eingeweiht und zahlreiche interessierte Besucher, Politiker und Kirchenvertreter kamen, um ein beispielhaftes Inklusionsprojekt zu würdigen.

Errichtet wurde „inputt“ von zwei Integrationsunternehmen. Die „Industrie Service Odenwald gGmbH“ (ISO), die die Integration psychisch kranker und behinderter Menschen zum Ziel hat, übernahm Planung und Bau der Anlage. Sie wird den Platz und die Gastronomie auch betreiben und 20 behinderten und langzeitarbeitslosen Menschen Arbeitsplätze bieten.

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Ein Brunnen für die Uhlbacher:
gemeinnützig, zusätzlich, wettbewerbsneutral

„Ich wollte mal schauen, ob die es können. Und jetzt habe ich gesehen, die können es sehr gut“. Fritz Currle, Stuttgarter Stadtrat, ist voll des Lobes für die Gartenbauabteilung der Neuen Arbeit. Unter seiner Initiative wurde der Brunnen im Hau in Stuttgart Uhlbach neu errichtet. Die alte Quellwasserversorgung der Villa Benger, die bislang in die Kanalisation geleitet wurde, fließt jetzt wieder oberirdisch durch den neu aufgestellten Brunnen. Die Neue Arbeit hat unter fachkundiger Anleitung mit langzeitarbeitslosen Menschen die Stützmauer in Trockenbauweise errichtet und den Platz gepflastert.

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Der Molch macht’s
Oberbürgermeister Fritz Kuhn eröffnet Naturerfahrungsraum Klüpfelstraße

In den Stuttgarter Hanglagen und ehemaligen Kleingärten entstand unter der Mitarbeit der Neuen Arbeit auf 5.000 Quadratmetern ein in der Landeshauptstadt einzigartiges Vorhaben – der neue „Naturerfahrungsraum“ im Stuttgarter Westen, oberhalb vom Hölderlinplatz. Vor allem Kinder sollen im dicht besiedelten Westen eine Naturerlebnislandschaft vorfinden. Dazu gehören Gemüsebeete, ein Sträucherwald, ein „grünes Klassenzimmer“, eine Grillstelle und ein Teich, in dem auch etliche Molche zu Hause sind. Der Naturerlebnisraum wurde am 21. Juni von Oberbürgermeister Fritz Kuhn eröffnet. Vor allem die Molche haben es den Kindern angetan.

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Breuninger präsentiert Designobjekte aus sozialem Kunstprojekt

Im November 2012 bauten 14 Jugendliche der Neuen Arbeit im Projekt „Neubau“ Möbel und Objekte aus alten Holzpaletten. Nun sind die Ergebnisse drei Wochen vom 11. bis 30. Juni im Schaufenster an der Münzstraße des Kaufhauses Breuninger Stuttgart zu sehen. Gleichzeitig werden die Möbel im Internet versteigert.

Die 14 Jugendlichen gestalteten die Möbel und Accessoires in einem fünftätigen Workshop, der in Kooperation von ARTHELPS und der DENKFABRIK im Sozialunternehmen NEUE ARBEIT gGmbH veranstaltet wurde. Die Jugendlichen besuchten zu dieser Zeit das Berufsvorbereitungsjahr der Jugendberufshilfe der Neuen Arbeit. „Sie konnten beim Workshop ihre kreativen Fähigkeiten entdecken und entfalten", erklärt Martin Tertelmann vom Sozialunternehmen Neue Arbeit.

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Initiative Pro Arbeit

Die Initiative Pro Arbeit gestartet

Viele langzeitarbeitslose Menschen leiden extrem unter den massiven Kürzungen in der Arbeitshilfe. Die Initiative Pro Arbeit will die[nbsp] Verantwortlichen in der Politik bewegen, in der nächsten Legislaturperiode mehr Geld für öffentlich geförderte Beschäftigung bereit zu stellen.

Denn ein Leben in Würde ist in unserer Gesellschaft mit Arbeit verbunden.
Unterstützen Sie die die betroffenen Menschen!

Informationen unter www.initiative-pro-arbeit.de

Diakoniechef kritisiert die Politik für Langzeitarbeitslose, Pressegespräch bei der Neuen Arbeit

Oberkirchenrat Dieter Kaufmann, Vorstandsvorsitzender der Diakonie Württemberg, rief dazu auf, langzeitarbeitslose Menschen nicht zu vergessen. „Der Verlust der Arbeit hat katastrophale körperliche und seelische Folgen“, so Kaufmann bei einem Pressegespräch in den Räumen der Neuen Arbeit. Man solle nicht auf Sanktionen setzen, sondern sich auf die Unterstützung der Langzeitarbeitslosen konzentrieren. Menschen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen bräuchten öffentlich geförderte Beschäftigung, um arbeiten zu können. Doch die Mittel für die Eingliederungsmaßnahmen wurden in den letzten zwei Jahren um 50 Prozent gekürzt, kritisierte Kaufmann die gegenwärtige Politik für Langzeitarbeitslose. Zudem seien von den noch vorhandenen Mitteln 1,2 Milliarden Euro nicht einmal ausgegeben worden.

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